fulda.social

Der Chaos Computer Club Fulda betreibt seit 2026/04 unter fulda.social eine eigene Mastodon-Instanz: ein soziales Netzwerk für Fulda und Osthessen, das niemandem gehört außer den Menschen, die es nutzen. Kein Konzern, keine Werbung, kein Algorithmus, der entscheidet, was du zu sehen bekommst.

Was ist das eigentlich?

Mastodon ist ein soziales Netzwerk, das auch ungefähr so funktioniert, wie man es kennt: Man schreibt Beiträge, folgt anderen Leuten, teilt Bilder, kommentiert. Der Unterschied liegt darunter.

fulda.social ist ein Server, kein Netzwerk. Er ist Teil des sogenannten Fediverse – eines Verbunds tausender unabhängiger Server, die sich über ein gemeinsames Protokoll verständigen. Dieses Protokoll heißt ActivityPub und ist ein offizieller Standard des World Wide Web Consortium (W3C). Das W3C ist die Organisation, die auch die Grundlagen für das Aussehen und die Struktur von Webseiten im Internet festlegt.

Das bedeutet konkret: Wer ein Konto auf fulda.social hat, kann Menschen auf jedem anderen Server im Fediverse folgen und von ihnen gelesen werden. Z.B. auf mastodon.social, auf bund.social, auf ard.social, auf der Instanz eines Vereins in Kassel oder einer Universität in Wien. Genauso, wie eine E-Mail von @posteo.de bei @gmail.com ankommt, ohne dass beide beim selben Anbieter sein müssen.

Es ist also keine weitere Plattform, auf die man zusätzlich muss. Es ist eine gemeinsame Sprache, die viele Plattformen sprechen.

Warum wir das machen

Weil digitale Dienste auch regional funktionieren können. Genau wie Straßen, Bibliotheken oder die Wasserversorgung vor Ort organisiert sind, kann auch digitale Kommunikation lokal bereitgestellt werden. Bisher wird sie jedoch fast ausschließlich von einigen großen Unternehmen auf anderen Kontinenten gesteuert. fulda.social zeigt, dass es auch anders geht – im kleinen, überschaubaren Rahmen, direkt bei uns in der Region.

Weil es keinen Algorithmus geben muss. Auf fulda.social sieht man, was die Leute posten, denen man folgt – chronologisch, vollständig, ohne Umsortierung. Niemand optimiert deine Zeitleiste auf Verweildauer. Es gibt keine Werbung, also auch keinen Anreiz, dich möglichst lange möglichst aufgeregt zu halten.

Weil Daten hier bleiben. Der Server steht direkt in Fulda, wird von Mitgliedern des Clubs administriert und finanziert sich aus Vereinsmitteln/Spenden. Es gibt kein Geschäftsmodell, das auf deinen Daten aufbaut, weil es überhaupt kein Geschäftsmodell gibt.

Weil Umziehen möglich ist. Wenn dir nicht passt, wie wir den Server betreiben, kannst du dein Konto mitsamt Follower-Beziehungen auf einen anderen Server umziehen. Diese Funktion ist eingebaut. Das ist der entscheidende Unterschied zu kommerziellen Diensten: Wir müssen uns Mühe geben, weil du gehen kannst.

Für wen ist das?

Für alle, die in Fulda und Osthessen leben, arbeiten, studieren oder einfach Interesse an der Region haben. Für Menschen, die ein soziales Netzwerk wollen, ohne dafür ein Konto bei einem Werbekonzern anzulegen. Für Leute, die neugierig sind, wie das Fediverse funktioniert, und dafür lieber einen Server nehmen, dessen Betreiber man auf dem nächsten Clubtreffen ansprechen kann.

Man muss weder technisch versiert sein noch dem Club angehören.

Mitmachen

Ein Konto gibt es unter https://fulda.social. Die Anmeldung braucht eine E-Mail-Adresse und sonst nichts: keine Telefonnummer, keinen Klarnamen, keinen Ausweis.

Mastodon lässt sich im Browser nutzen oder mit einer App ([z. B. Tusky, Moshidon, Ivory, Ice Cubes – nach Wunsch anpassen]). Wer Hilfe beim Einstieg braucht bekommt bei uns sehr gerne eine Starthilfe.

Regeln und Moderation

fulda.social ist ein moderierter Raum. Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Verschwörungserzählungen und Belästigung haben hier keinen Platz – nicht als Auslegungssache, sondern als Hausordnung. Die vollständigen Regeln stehen unter https://fulda.social/about.

Moderiert wird von Menschen aus dem Club, nicht von einem Filter. Das begrenzt die Größe, die dieser Server sinnvoll erreichen kann – und das ist Absicht. Ein Server, den man noch von Hand moderieren kann, ist uns lieber als einer, der wächst, bis es nicht mehr geht.

Für Vereine, Initiativen und Organisationen

Wer für einen Verein, eine Initiative oder eine Einrichtung kommuniziert, kennt das Problem: Die Ankündigung erreicht einen Bruchteil der eigenen Follower, weil dazwischen eine Sortierung sitzt, die sich mit Werbebudget beeinflussen lässt. Hier gibt es das nicht. Wer euch folgt, sieht, was ihr schreibt – alles, in der Reihenfolge, in der ihr es geschrieben habt.

Dazu kommt etwas, das Vereinen oft wichtiger ist als Followerzahlen: Euer Publikum braucht kein Konto. Ein Fediverse-Profil ist eine öffentliche Webseite. Wer den Link kennt, liest mit - ohne Anmeldung, ohne App, ohne Zählpixel. Jedes Profil hat außerdem einen RSS-Feed, den ihr auf eurer eigenen Website einbinden könnt. Niemand muss sich also bei irgendetwas registrieren, um zu erfahren, wann eure nächste Sitzung stattfindet.

Und ihr müsst dafür nicht einmal zwingend ein Konto bei uns anlegen: Eine Website kann selbst Teil des Fediverse werden. Für WordPress gibt es dafür ein Plugin, Ghost kann es ab Werk. Dann wird eure Seite die Quelle, der andere folgen – die Arbeit, die ohnehin in die Website fließt, bekommt einen zweiten Nutzen.

Wenn ihr überlegt, ob und wie das für euch passt: Sprecht uns an. Wir beraten kostenlos, und ihr müsst dafür nichts bei uns hosten.

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